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22.04.2010

Die Universität Basel öffnet ihre Schatzkammern

Anlässlich ihres 550. Geburtstages öffnet die Universität Basel ihre Schatzkammern und zeigt Zeugnisse aus ihrer Frühgeschichte. Sie kehrt dazu an den Ort ihrer Gründung zurück: Im Hochchor des Münsters werden vom 24. April bis 26. November 2010 Schriftstücke und Objekte aus dem ersten Jahrhundert der «hohen Schule» präsentiert. Die ausgewählten Bestände aus dem Staats- und Universitätsarchiv, die teilweise erstmalig der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, zeugen von den Wurzeln der Universität im Basler Konzil bis zu ihrer Neuorganisation in Folge der Reformation. Sie führen auf eine Reise zu den Anfängen eines Unternehmens, das sich im Spannungsfeld von religiösen, politischen und wirtschaftlichen Interessen erst bewähren musste.

Unter den «Schätzen» aus der Gründungszeit befindet sich die päpstliche Stiftungsurkunde, die am 4. April 1960 im Münster verlesen und danach an den Portalen der Kirche ausgehängt wurde. Auch die «Rektoratsmatrikel» ist zu sehen – ein prächtiger Codex, in dem die frühen Rektoren mit grosser Sorgfalt die Liste der Eingeschriebenen führten. Im vergangenen Jahr wurde der Band, in dem sich 100 Jahre Universitätsgeschichte spiegeln, restauriert und vollständig digitalisiert. Besucher der Ausstellung können an einer Computerstation darin blättern.

Ausschnitte aus Ratsprotokollen beleuchten die Rolle des Stadtrats bei der Gründung der Universität, Dokumente aus den Klosterarchiven bezeugen die Bedeutung der Kirche. Frühe Basler Drucke wie Hartmann Schedels «Weltchronik», Sebastian Münsters «Cosmographia» oder Sebastian Brants «Narrenschiff» zeigen die Verbindung zwischen Universität, Humanismus und Buchdruck. Die Auswirkung der Reformation wird am Gutachten von Johannes Oekolampad zur Neuordnung der Universität deutlich, dessen Ideen sich auch in den neuen Statuten von 1532/39 wiederfinden. Dass nicht nur Religion, sondern auch Politik und Sachverstand die Agenda bestimmten, belegt eine Urkunde, die die Weiterführung des bischöflichen Kanzleramts nach der Reformation (!) regelt.

Auch der Universitätsalltag des 15. und 16. Jahrhunderts wird den Besucherinnen und Besuchern zugänglich gemacht. Die professorale Tracht, Dekanatsbücher und Vorlesungsnotizen sind zu sehen, ein Thesenplakat erinnert an die lebendigen Disputationen. Texte zu den geschichtlichen Hintergründen und Porträts prägender Persönlichkeiten ergänzen die Exponate. Wer tiefer graben möchte, hat in der Ausstellung Zugang zur neu erarbeiteten Universitätsgeschichte des Historischen Seminars (www.unigeschichte.unibas.ch).

 

Ausstellungskatalog

Ein Katalog zur Ausstellung dokumentiert die Exponate. Beiträge zu den geschichtlichen Hintergründen stellen sie in den Zusammenhang von Stadt, Kirche und den geistigen Strömungen der Zeit, umrahmt von Biografien prägender Persönlichkeiten.

 

Öffentliche Führungen

Der Öffentlichkeit wird zweimal pro Monat die Möglichkeit geboten, an einer kostenlosen Führung durch die Ausstellung teilzunehmen. Auch das Staatsarchiv Basel-Stadt öffnet im Rahmen des Ausstellungsprogramms seine Tore und bietet an vier Terminen einen Rundgang an: «Die Geschichte der Universität aus dem Blick ihres Archivs».

 

Vortragsreihe im Münstersaal: «Kontexte der Universitätsgründung»

An fünf öffentlichen Vortragsabenden beleuchten hochkarätige Referenten und Referentinnen aus unterschiedlichen Perspektiven prägende Personen, Orte und Ideen im Umfeld der frühen Universität. Sie gewähren Einblicke in die spannenden Auseinandersetzungen des gelehrten Basel.

 

Weitere Informationen

http://www.550.unibas.ch/schatzkammern

 

Schatzkammern der Universität Basel, Ausstellung vom 24. April bis 26. November 2010 im Basler Münster, Eintritt frei.


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